Alte Vespa-Modelle: für Sparsame und Enthusiasten

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Form der klassischen Vespa-Modelle kaum verändert. Die alten Roller sind so beliebt, dass die Herstellerfirma sich auch beim Design der aktuellen Modelle auf die alten Formen besinnt.

Die Roller sind ein Stück Zeitgeschichte und heute immer noch sehr beliebt. Die verschiedensten Vespa-Modelle säumen heute noch die Straßen der Innenstadt. Studenten, Angestellte und Jugendliche schlängeln sich auf ihnen durch den Verkehr. Im Sommer genießen sie den Wind in den Haaren, im Winter bibbern sie vor Kälte oder motten das kleine Gefährt ein.

Die Form der Vespa ist unverwechselbar. Für manche ist der Markenname sogar zum Inbegriff des entspannten Fahrens auf kleinen Rädern geworden. Viele asiatische Hersteller stellen ihre Roller in der gleichen Form her, um von der Mode zu profitieren. Dabei entstand der heute so bekannte und weitverbreitete Aufbau mit den kleinen Rädern eigentlich aus der Not heraus: In den harten Nachkriegsjahren gab es Versorgungsengpässe in jedem Bereich. So entschied sich die italienische Firma, Flugzeugräder aus Armeebeständen in der Moped-Herstellung zu verwenden. Ein angenehmer Nebeneffekt war, dass die kleinen Räder viel Platz für den Fahrgast übrig ließen, und es möglich machten, einen herkömmlichen Sitz anstelle des bei Motorrädern verwendeten Sattels zu verwenden. So konnten auch Frauen in langen Röcken bequem fahren. Heute hat ein Großteil der Mopeds diese Form, obwohl es die Kontrollierbarkeit des Gefährts einschränkt, weil man es nicht mit Druck über die Oberschenkel gerade halten kann, wie dies bei Motorrädern der Fall ist.

Über die Jahre sind viele verschiedene Vespa-Modelle entstanden. Wer sich heute einen klassischen italienischen Roller kaufen will, hat die Wahl zwischen einem "echten" Gebrauchten, der einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben kann, und einem neuen Modell im Vintage-Look. Für den Gebrauchten spricht der oftmals günstige Preis wie auch das Gefühl, dass man auf einem Stück Mobilitätsgeschichte sitzt. Allerdings ist Vorsicht geboten: Alte Vespa-Modelle sind zwar einfach gebaut, und deshalb auch einfach zu reparieren; doch bei jedem Fahrzeug gibt es einen Punkt, wo sich die Reparatur auch für Enthusiasten nicht mehr lohnt. Die Zweitaktmotoren haben nach einigen Zehntausend Kilometern ihre Lebenserwartung erreicht und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie den Geist völlig aufgeben.