Zu schnelles Fahren kostet Geld und bringt Ärger

Zu schnelles Fahren gehört mit zu den meisten Unfallursachen – der Statistik zufolge kommen zwei von fünf Menschen wegen Rasern im Straßenverkehr ums Leben! Deshalb wurden die Strafen für Temposünder drastisch angehoben.

Der eine will das neue Auto mit den vielen PS richtig ausprobieren, ein anderer seinen dynamischen Fahrstil beweisen, wieder andere veranstalten ein Wettrennen oder sind für einen wichtigen Termin zu spät dran - Gründe für zu schnelles Fahren gibt es viele. Die Folgen sind katastrophal: Laut Polizei-Statistik von 2008 kamen 1703 Menschen in Deutschland ums Leben, und fast 75 000 wurden verletzt, weil Autofahrer ihre Geschwindigkeit nicht an die Straßenverhältnisse angepasst hatten. Im Februar 2009 ist in Deutschland ein neuer Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Hier wurde vor allem bei falschem Überholen, Rotlicht-Delikten an Ampeln und Bahnübergängen, aber auch bei Alkohol- und Drogeneinfluss sowie für zu schnelles Fahren insgesamt das Strafmaß angehoben - sowohl was das Finanzielle als auch, was die Punkte in der Verkehrssünderkartei anbelangt.

Früher kostete Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit 50 Euro. Inzwischen schlägt es im Bußgeldkatalog mit 100 Euro zu Buche. Wer bei Nebel nur eine Sichtweite von weniger als 50 Meter hat, sollte auch nicht schneller als 50 km/h fahren, sonst sind neuerdings 80 Euro anstatt wie bisher 50 Euro fällig.

Wer außerhalb geschlossener Ortschaften mehr als 70 km/h über dem Limit liegt, muss 600 Euro berappen. Innerorts staffeln sich die Gebühren bei einer Überschreitung von 21 bis 25 Stundenkilometern mit 80 Euro über 31 bis 40 km/h darüber auf 160 Euro bis hin zu 680 Euro für alle, die durch geschlossene Ortschaften mit 120 Sachen oder mehr brausen.

Um Ausreden für zu schnelles Fahren sind Pkw-Nutzer nicht verlegen: Die Straße war ja frei und überschaubar und deshalb wurde niemand gefährdet, akute Zahnschmerzen waren zu beklagen, kranke Verwandte, ein nicht funktionierender Tacho oder die Ansicht, dass das Tempolimit ja nur dem Lärmschutz diene. Viele Autofahrer, die von einer Radarfalle erfasst werden, hoffen, dass sie auf dem Foto nicht deutlich zu erkennen sind und sie versuchen, Einspruch einzulegen mit dem Argument, dass sie nicht hinterm Steuer gesessen hätten. Aber die modernen Kameras erfassen oft mehr, als den Rasern lieb ist ...

Übrigens muss zu viel Tempo nicht immer bedeuten, dass man mit 180 oder mehr Sachen unterwegs ist. In Norwegen darf man auf Autobahnen höchstens 90 km/h fahren. Wer dort mit Bleifuß rast und erwischt wird, ist mindestens 360 Euro ärmer.