Schon früh, nämlich im Mittelalter, gaben Menschen Aktien aus. Dies zeigt sich an einer Aktie, die aus Schweden stammt. Sie wurde im Jahr 1288 ausgegeben und übertrug ihrem Besitzer ein Achtel einer Mine. Jede Aktie ist, wie sich an diesem Beispiel zeigt, eine Urkunde. Sie nennt einen bestimmten Wert oder auch eine Stückzahl. Auch deswegen werden Aktien noch heute stückweise, also einzeln, ausgegeben. Aktien sind deshalb auch Wertpapiere, weil sie in Papierform einen bestimmten Wert darstellen.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts schlossen sich einige Firmen in Europa zum Verbund der Vereinigten Ostindischen Kompanie zusammen. Dieser Verbund war das allererste Unternehmen, das an die Börse ging. In der Folgezeit folgten weitere Handelsbündnisse dem Beispiel der Kompanie, um an der Börse Handel zu treiben. Die erste Börse war bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts im belgischen Brügge begründet worden. Eine Börse lässt sich mit einem Markt vergleichen: Zu genau festgeschriebenen Regeln werden Sachen gehandelt, deren Preise von der Börse bestimmt werden.
Je nach Bedarf und Angebot ändert sich der jeweilige Preis an der Börse. Wird eine Sache stark nachgefragt, ist aber nur in einer begrenzten Menge verfügbar, wie beispielsweise Trüffel, so wird der Preis eher hoch liegen. Gibt es eine Sache im Überangebot, jedoch kaum Abnehmer für sie, so wird der Preis relativ günstig sein. Manchmal kommt es aber auch an der Börse vor, dass ein Preis geschätzt werden muss, weil man Angebot und Nachfrage nicht genau bestimmen kann.
An einer Börse werden vorzugsweise Devisen oder Wertpapiere gehandelt. In Betracht kommen aber auch zum Beispiel Aktienanleihen. Diese zeichnen sich durch eine Besonderheit aus: Sie sind unmittelbar mit dem Kursverlauf einer Aktie verbunden. Auch haben sie einen Kupon, der als Garantie einer bestimmten Zinszahlung wirkt. Ist die Laufzeit einer Aktienanleihe abgelaufen, so erhält ihr Besitzer einen Festbetrag, den so genannten Nominalbetrag, und den vereinbarten Zins. Es ist aber auch möglich, eine andere Vereinbarung zu treffen: So kann man etwa statt des Nominalbetrags eine bestimmte Anzahl der zur Anleihe gehörigen Aktien bekommen.
Bezüglich der Aktienanleihen gibt es eine Faustregel: Von der Schwankung des Aktienkurses ist auch der Zinssatz der Aktienanleihe abhängig. Wer Aktienanleihen besitzt, der kann diese auch vor dem Ende ihrer Laufzeit veräußern. Allerdings hat man dann keinen Anspruch, auch den vorher bestimmten Zins zu erhalten.